Volkersheimer Wappen

Beitrag von Heinrich Bothe


Die Geschichte des Dorfes Volkersheim beginnt mit der Deutung des Namens. Das Wort "Heim" bedeutet Wohnsitz, fester Platz; und es liegt nahe, da Volker ein Personenname aus alter Zeit ist (der schon im Nibelunge nlied vorkommt), anzunehmen, dass ein Mann namens Volker das erste Gehöft hier errichtete. Volkersheim gehört mit der Gruppe der "Heimsiedlungen" zu den ganz frühen Siedlungen und wird 1143 in einer Urkunde, das Kloster Derneburg betreffend, als "Hermanus de Volkeresheim" erwähnt. In einer Urkunde von 1131, die Klostergründung Backenrode bei Hildesheim, heute Marienrode, betreffend, wird Volkersheim zusammen mit Schlewecke, als Vorcheim und Sleuvecke genannt.

Beide Orte werden zu Zehntabgaben verpflichtet. Der Flurname Backenrode, in der Gemarkung von Volkersheim und Schlewecke ausgewiesen, weist auf den Bezug zur v.g. Urkunde hin. Weitere Flurnamen, wie der große und kleine Krammhagen zehnt verpflichtet derer von Cramm, oder der Jürgenberg zehnt verpflichtet dem St Georgskloster in Goslar sind aus diesen Dienstleistungen entstanden. Die Namen Volquersem, Volkersem, Volkersum werden in verschiedenen Urkunden für Volkersheim genannt. Im Plattdeutschen finden wir das heute noch gebräuchliche "Volksen" wieder. Die Geschichte des Dorfes Volkersheim wird ab dem 15. Jahrhundert stark von dem Geschlecht von Cramm geprägt. Das Geschlecht von Cramm war gegen Ende des 12. Jahrhunderts hier schon in der Gegend ansässig.


1299 werden die Herren von Cramm mit den Grafen von Woldenberg erwähnt. Es gibt zu dieser Zeit keine eindeutigen Aussagen über deren Besitzverhältnisse in Volkersheim. Als Grundbesitzer in Volkersheim erscheinen 1286 die von Wallmoden mit 3 Hufen Woldenberger Lehns. Auch das Michaeliskloster zu Hildesheim war 1254 in Volkersheim begütert. 1209 erhält das Kloster Derneburg vom Bischof von Hildesheim Zehntansprüche in Volkersheim, die 1761 von 847 Morgen Ackerflur abgeliefert werden müssen. 1476 wurden die Herren von Cramm vom Herzog Wilhelm den älteren mit dem Vollbesitz der Dörfer Volkersheim und Tellhausen belehnt.


Seit 1533 sind die Lehnbriefe von den Grubenhagener Herzögen und deren Nachfolger ausgestellt.Ende des 16. Jahrhunderts wird Volkersheim von einem Bauerndorf zu einem Gutsdorf. Das Geschlecht von Cramm gründete zwei Gutshöfe und teilte Volkersheim in zwei Linien, den Unter- und den Oberhof. Fünf Ackerhöfe werden von den Gutsbesitzern übernommen. Zwei für den Unterhof und drei für den Oberhof. Somit bleibt von den bisher sechs Ackerhöfen nur noch einer über, der heutige Hof Lange. 1611 wurde in Volkersheim der erste Adelssitz auf dem Unterhof, 1686 ein weiterer Herrensitz auf dem Oberhof gebaut.